Elisabeth Rieping

Unfinished Works – Notizen, Texte & Gedanken

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Posted on | Januar 29, 2009 | Keine Kommentare

Elisabeth Rieping

60. Geburtstag
29. Januar 1950
-
20. Juli 2009

Verlust für rumäniendeutsche Literatur: Zum Tod von Elisabeth Rieping (1950-2009)

Nach dem Umbruch 1989 in Rumänien sah es nach dem Massenexodus der Rumänien­deut­schen, als allein 1990/91 etwa 120 000 von ihnen aussiedelten, für die Zukunft der rumäniendeutschen Literatur äußerst bedenklich aus. Konnte die am Ende der 70er Jahre noch 380 000 Seelen zählende deutsche Minderheit, die auf 80 000 zurückgegangen war, sich überhaupt noch bemerkenswert zu Worte melden?! Der billige Pessimismus der Untätigen in Ost wie West wurde durch eine wahrhaft einmalige Leistung der zurückgebliebenen Tätigen Lügen gestraft.

Die rumäniendeutsche Minderheit hat es in einer unglaublichen demokratischen Aufbauar­beit geschafft, fast die gesamte rumäniendeutsche kulturelle Infrastruktur – selbst in der finstersten Ceauşescu-Diktatur – zu erhalten. Das Rückgrat der rumäniendeutschen Kultur ist das deutschsprachige Schulwesen Rumäniens. Es gibt über zehn Gymnasialabteilungen mit Deutsch als Unterrichtssprache. An ihnen wird nicht nur deutsche Sprache und Literatur unterrichtet, sondern auch geschrieben – weltweit einmalig auf diesem be­acht­lichen literarischen Niveau.

Den Beginn machte das Nikolaus-Lenau-Gym­nasium in Temeswar, wo 1992 der Literaturkreis „Stafette“ gegründet wurde, um begabten Schü­lerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, unter Anleitung von Deutschlehrern – auch aus Deutschland –, und anderer Sprach- und Litera­turkundigen deutschsprachige literarische Texte zu verfassen. Die Förderung dieses Literatur­kreises und seiner begabten Mitglieder und Be­sucher war im wahrsten Sinne des Wortes, des literarischen Wortes, die Geburtsstunde des Wei­terlebens der rumäniendeutschen Literatur, die ohne Nachwuchs keine Zukunft hätte.

Hier kommt die großzügige fürsorgliche För­derung von Elisabeth Rieping ins Spiel. 1993 hatte sie das erste Mal mit mir Rumänien be­sucht und in Konstanza, Mamaia und Mangalia über die Dobrudschadeutschen von gestern und heute in deren demokratischem Forum in Kon­stanza erfahren. Über die Dobrudschadeutschen – für die sie eine liebevolle, gut dokumentierte Homepage einrichtete – erfuhr sie auch von den Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben. Rumänien wurde zu ihrem Lieblingsreiseland, in dem sie sich über ein Dutzend Mal kundig machte über Land und Leute. Vor allem hatten es ihr die jungen Autoren der Literaturvereini­gung „Stafette“ angetan. Diese rumänischen Muttersprachler, die beachtliche deutschsprachige Texte schrieben, erregten ihre Aufmerk­samkeit und Bewunderung und veranlassten sie, deren Entwicklung zu begleiten.

Elisabeth Rieping war zeitlebens der Auf­fas­sung, dass sich vor allem Selbsterlebtes am besten literarisch verarbeiten lässt, und sah sich bis zu ihrem Lebensende als ein Mitglied der undogmatischen 68er Aufbruchgeneration. Während ihres Studiums der Biologie und der Medizin – die Elisabeth Rieping beide erfolgreich abschloss – betätigte sie sich vor allem in der Frauenbewegung.

Elisabeth Rieping wusste, dass es vor allem auf die praktische Hilfe ankommt. Es bleibt mir unvergesslich, mit welchem Einfühlungsvermö­gen sie die literarischen Zeugnisse dieser noch sehr jungen Menschen aus Rumänien aufnahm. 1994 trug sie mit Hilfe der Kölner Literatur­be­auf­tragten Uta Biedermann dazu bei, Joachim Wittstock aus Hermannstadt und Aurel Mihaiu aus Klausenburg einzuladen. Im selben Jahr folgte die Einladung an Carmen Elisabeth Pu­chia­nu aus Kronstadt und Sinziana Pop aus Bu­karest. Im Jahr 2007 trug Elisabeth Rieping we­sentlich zum Gelingen der Lesereihe der „Sta­fette“-Literaturvereinigung bei, die Lesungen in Köln, Bonn und Düsseldorf hielt. Sie beherbergte Lorette Bradiceanu-Persem, Petra Curescu und Bianca Andrea Barbu.

Ihre großzügige Gastfreundschaft bot Eli­sa­beth Rieping 2008 auch Klausenburger Autoren an. Diesmal war ihre Hilfe noch unerlässlicher, denn die olympischen Spiele in Peking standen an. Peking ist wie Klausenburg Partnerstadt von Köln und die Gel­dmittel wurden für Besuche in Peking verplant. So genannte Drittmittel mussten her. Elisabeth Rie­ping stellte sie zur Verfü­gung und sprang hilfsbereit wie immer ein. Sie beherbergte die Klausenburger Autorinnen Sin­ziana Mureşeanu und Constantina Buleu. Eginald Schlattner und Joa­chim Wittstock, als ehemalige Klausenburger Studenten ebenfalls Gäste in Köln, kamen bei ihren Verwandten unter. So konnte der Kölner Kulturreferent Johann Bunk die Klausenburger Gäste begrüßen. Deren Le­sun­gen sollten die letzten von Elisabeth Rie­ping mitorganisierten sein.

Die Größe des Verlustes kann an Elisabeth Rie­pings reichen Erfahrungen, die sie zum Teil in ihrem späten Debütband „Altgesellen“ hinterlässt, ausgemacht werden. Ihr Tod ist für die ru­mäniendeutsche und rumänische Literatur ein schmerzlicher Verlust, weil sie in einer Zeit wirt­schaftlicher Krisen und Engpässe ein offenes Herz und eine freigiebige Hand für deren Auto­ren hatte. Nach ihrem Tod fördern in ihrem Sinne und im Gedenken an ihr Vermächtnis ihr Mann Ali Shafii und ihre Schwester Susanne Burkert den 15. „Stafette“-Anthologieband, damit alle von ihr betreuten „Stafette“-Au­to­rin­nen und -Autoren noch einmal die Gelegenheit erhalten, ihre Talente zu zeigen. Damit wollen sie auch dazu beitragen, dass nach dem Ende der Ceauşescu-Diktatur keine einseitige rumäni­endeutsche Monokultur entsteht, sondern dass eine pluralistische Kultur und Literatur in der alten Heimat vor Ort gedeiht. Damit soll ein authentisches Weiterleben dieses einmaligen europäischen Phänomens, das der rumäniendeutschen Literatur als fünfte deutsche Litera­tur, ermöglicht werden.

Elisabeth Rieping wird sicherlich eingehen in die Geschichte der rumäniendeutschen Lite­ra­tur nach dem Umbruch als eine großzügige Brü­ckenbauerin zwischen der alten Heimat im ehemaligen Ostblock und der neuen Heimat im Wes­ten. Sie trägt mit dazu bei, dass die Wurzeln der rumäniendeutschen Literatur heute über ihre Ver­ankerung in der rumänischen Literatur in die deutschsprachige und gesamteuropäische hi­nüberwachsen.Ingmar Brantsch

Quelle: Siebenbürgische Zeitung, Folge 18 vom 15. November 2009
Mit Dank für die freundliche Genehmigung des Autors und der Siebenbürgischen Zeitung für die Veröffentlichung an dieser Stelle.

Die künstliche Säuglingsernährung vor Nestle

Posted on | November 18, 2009 | Keine Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 06.03.2006

Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass vor der Erfindung der Hitzesterilisierung Säuglinge durch die Ernährung sehr gefährdet waren. Schnuller wurden in Bier oder Abwaschwasser getaucht. Durch die Kuhmilch, die natürlich erst ältere Säuglinge bekamen, wurden Brucellose und Tuberkulose übertragen.

Infizierte Frauen übertrugen ihre Krankheiten, zum Beispiel die Syphillis, beim Stillen auf die genährten Kinder. Und Syphillis kranke Säuglinge infizierten ihre Ammen, die sich, wenn sie genug Bescheid wussten, weigerten diese Kinder, von der Mutter ausgesetzt, zu stillen. Eine andere Möglichkeit als das Stillen, bei der die Säuglinge auch Überlebenschancen hatten, gab es aber nicht.

Die beste Übersicht findet sich bei Hermann Brüning: Die künstliche Säuglingsernährung, Enke Vlg., Stuttgart 1908. Hermann Brünings Doktorarbeit vom Anfang des Jahrhunderts wurde als Buch veröffentlicht ist als Link hier als Volltext/Digitalisat hinterlegt.

Die Gefährdung durch Stillen heute

Kinder von AIDS- oder HTLV-I infizierten Frauen können diese Erkrankung durch die Brusternährung auf Säuglinge übertragen. Auch eine mögliche Infektion von Säuglingen durch ein menschliches Brustkrebs-Virus wurde nach der Entdeckung des Maus-Mammatumorvirus MMTV durch epidemiologische Studien überprüft. Aber es zeigten sich keine der befürchteten Gefahren.

Es war auch nicht wirklich zu erwarten, da die Erkrankung an Brustkrebs gerade in den geographischen Bereichen in denen fast nur menschliche (humane) Milch zur Ernährung der Säuglinge Verwendung fand, sehr gering war.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20070906125516/http://www.erieping.de/bksaug2.htm

Die Übertragung von Tumoren auf neugeborene Säugetiere

Posted on | November 17, 2009 | 1 Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 06.03.2006

Probleme bei der Suche nach Tiermodellen

Als man anfing, sich mit Tumoren experimentell zu beschäftigen, suchte man nach Tiermodellen, um Tumorerkrankungen besser untersuchen zu können. Es gelang auch, Tumore zu übertragen. Aber der Erfolg war gering. Von vielen infizierten Tieren, die mühsam aufgezogen werden mussten, bekamen nur wenige Tumore. Der erste große Erfolg:

Übertragbare Brusttumore der Maus

Das erste brauchbare System, was man fand, war das Maus-Mammatumor-System, bei dem Mäuse über die Muttermilch infiziert werden. Dabei erkrankte ein Großteil der infizierten Tiere, ob sie nur von ihrer Mutter oder von einer Mäuseamme gesäugt wurden, später nach einer Latenzzeit an Brusttumoren. Durch Ammenversuche erkannte man, dass es ein Faktor in der Milch war, der – nach einem Mitarbeiter der Jackson Labors – Bittner-Faktor genannt wurde, da er zuerst Arbeiten über diese Entdeckung publiziert hatte. Später wurde der Name in MMTV (für Mouse oder Murine Mamma Tumor Virus) geändert. Das System war deshalb so brauchbar, weil ein Großteil der als Säugling infizierten Mäuse später erkrankte. Warum war dieses System erfolgreich?

Die Bedeutung der Stillzeit

Mit anderen Viren war man nicht so glücklich. Oft musste man sehr viele Tiere infizieren, um eines aufzuziehen, das nach langer Zeit einen Tumor entwickelte. Schließlich stellte sich heraus, dass die Säuglingszeit die Zeit war, in der sich mit Viren besonders leicht Krebs erzeugen lässt. Man vermutete, dass das Immunsystem in der Zeit noch nicht kompetent ist, fremde eindringende Organismen zu erkennen und abzuwehren und sie deshalb unerkannt im Organismus verbleiben, ohne zu einer Entzündung oder akuten Erkrankung zu führen. Stattdessen kommt es später in einigen sehr wenigen Zellen zur Tumorerkrankung.

Bei der Übertragung von MMTV über die Milch hatte die Übertragung ohne Planung in der Stillphase stattgefunden. Und deshalb war man so erfolgreich gewesen. Ähnliche Erfolge hatte man früh bei der Übertragung von Viren auf Eier, mit der man Tumoren in Vögeln erzeugte. Auch hier hatte man eine frühe Zeit in der Entwicklung des befallenen Organismus erwischt und war deshalb erfolgreich. Eine weitere Bedingung für die erfolgreiche Tumorerzeugung:

Die Nutzung von Viren anderer Tierarten

Schließlich ergab sich noch ein weiterer Fortschritt, als man erkannte, dass Tumore im Labor mit der größten Aussicht auf Erfolg erhalten werden, wenn man möglichst junge Tiere mit dem Virus einer anderen Art infiziert. Also einen menschlichen Virus für ein Hamsterbaby benutzt, um Tumore im Hamster zu bekommen. Oder einen Hamstervirus, der im Hamster harmlos ist, zur Erzeugung von Tumoren in der Maus. Als man über diese beiden Erkenntnisse verfügte, war man einen wichtigen Schritt weiter. Ergebnis: Ein Tumor wird am besten mit Viren fremder Arten in einem Neugeborenen erzeugt.

Besteht eine Gefahr der Übertragung von Rinderviren durch die Flaschenernährung von Säuglingen durch Kuhmilchprodukte? Die RNA-Tumorviren sind sehr hitzeempfindlich und alle Säuglingsnährmittel werden durch Kochen sterilisiert. Dabei müssten sämtliche RNA-Tumorviren zerstört werden. Das Kochen machte die Ernährung der Säuglinge mit Tiermilch erst möglich. Denn nicht nur Milch von Tieren, natürlich auch die des Menschen, enthält nicht nur Viren, sondern auch Bakterien, die vor der Erfindung der Hitzesterilisierung die Hauptursache der hohen  Säuglingssterblichkeit war.

Ein Problem bei der Übertragung latenter Milchviren könnte aber die hitzstabilen Proviren der RNA-Tumorviren darstellen. Sie wurden – integriert in die Milchlymphozyten der Kuhmilch -vielfach nachgewiesen. DNA ist aber hitzestabil und wird durch Kochen nicht zerstört.

Da man das menschliche Brustkrebs-Virus nicht finden konnte, suchte man nach einem direkten Einfluss der Risikofaktoren. Eine verhängnisvolle Entscheidung. Bei Aids hatte man die Risikofaktoren benutzt, um den Infektionsherd zu finden und war schnell auf die Übertragungswege gestoßen. Aber die Brustkrebsforschung nahm einen anderen Weg

Links

Gesäugekarzinome der Tieren
Die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen
Die künstliche Säuglingsernährung vor Nestle

Brustkrebsübersicht

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/bksaug.htm

Risikofaktoren und ihre Bedeutung

Posted on | November 15, 2009 | Keine Kommentare

Ein Vergleich der Erforschung von Brustkrebs und AIDS

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 12.09.2006

Die Suche nach Risikofaktoren soll helfen, die Ursache einer Krankheit zu finden. Dabei sollte man bedenken, dass Risikofaktoren nützlich sind, um die Auslöser einer Krankheit, zum Beispiel eine Infektionsquelle, zu finden. Ohne entsprechende Interpretation kann die Auswertung von Risikofaktoren aber auch in die Irre oder zu gar nichts führen.

Dazu ein Beispiel: Als man beobachtete, dass die neue Krankheit AIDS sich ausbreitete, zeigte sich ganz am Anfang, dass Flugpersonal besonders betroffen war. Jetzt hätte man natürlich, wie bei Brustkrebs geschehen, untersuchen können, machen kurze oder lange Flüge eher krank. Sind dicke oder dünne Stewards eher betroffen, Stewards oder Stewardessen? Vermutlich hätte man herausgefunden, dass männliches Personal wesentlich häufiger erkrankt und man hätte nach hormonellen Faktoren forschen können. Männer produzieren ja weit mehr Testosteron als Frauen. Man hätte das Gewicht untersuchen können und hätte wahrscheinlich bei den Dünnen mehr AIDS gefunden als bei den Dicken (weil Leute, die ständig nach neuen Partnern suchen, stark auf ihr Aussehen und auf eine schlanke Figur achten). Vielleicht hätte man auch noch gefunden, dass Langstreckenflüge (nach Afrika) gefährlicher sind, als solche zwischen Detroit und Chikago. Man hätte auch untersuchen können, ob kinderlose Männer eher AIDS bekommen als Väter, und auch hier wäre man wohl fündig geworden. Man hätte den deutlichen Risikofaktor Kinderlosigkeit ausführlich studieren können (mehr). Und wenn man jetzt über Jahrzehnte die Hormonspiegel der Stewards untersucht und nach hormonellen Problemen ihrer Kinderlosigkeit gesucht hätte, dann wäre man bei AIDS genauso „flott“ weiter gekommen wie bei Brustkrebs. Glücklicherweise lief es bei AIDS anders. Obwohl an AIDS zuerst vorwiegend weitgereiste, kinderlose Männer mit speziellem sexuellen Verhalten (homosexuelle Flugbegleiter und Seeleute) erkrankten, wurde nicht nach hormonellen Ursachen, Eßgewohnheiten oder Gefahren durch hohe Ozonwerte bei Langzeitflügen und auf See gesucht, sondern nach einer Infektionsquelle.

Bei Brustkrebs steht die Suche nach einer Infektionsquelle immer noch aus. Und man tut sich mit der Interpretation der Risikofaktoren recht schwer. Zum Beispiel hatte man früh beobachtet, das Frauen mit höherem Gewicht öfter Brustkrebs bekommen. Statt zu überlegen, was das bedeuten könnte, war man schnell mit dem nahe liegenden Rat bei der Hand, das Übergewicht abzubauen. Ratlos war man dagegen, als sich herausstellte, dass auch größere Frauen eher Brustkrebs bekommen als kleine. Hier kann man keine sinnvolle Empfehlung geben. An der Größe lässt sich im Erwachsenenalter schließlich nichts mehr ändern. Dabei hat man übersehen, dass Risikofaktoren nicht als direkte Ursachen wirken. Also dass nicht Gewicht oder Größe an sich gefährlich sein müssen, sondern dass sie nur Hinweise geben, wo zum Beispiel nach einer Infektionsquelle gesucht werden könnte.  Diese Lücke möchte ich mit dem Artikel ’Brustkrebs und früher Kontakte zu Kuhmilch’ schließen.

Weil dieser Artikel aber immer noch seiner Übersetzung harrt, eine Kurzfassung davon, die sich direkt an das Vorhergehende anschließt: Der Risikofaktor Größe weist deutlich auf eine frühe Infektionsquelle im Laufe des menschlichen Lebens hin. Denn groß wird man nur im jungen Alter und zwar durch reichliche Nahrungszufuhr. Sollte man in höherem Lebensalter versuchen, durch reichliches Essen noch zu wachsen, wird das nicht zu mehr Körpergröße, sondern zu höherem Gewicht führen.

Einen besonderen Einfluss auf das Wachstum und auf die im Laufe des Lebens erreichte Körpergröße übt die Säuglingsernährung aus. Mit der in den letzten Jahrzehnten vor 1900 von Henry Nestle eingeführten Flaschenernährung mit Kuhmilchprodukten wird der fütternden Person ermöglicht, Einfluss auf die vom Säugling aufgenommen Nahrungsmenge zu nehmen. Während das selbst an der Brust saugende Baby aufhört, wenn es genug hat, kann die mit der Flasche hantierende Person den Säugling dazu bringen, weiter zu trinken, auch wenn er keinen  Hunger mehr hat. Dabei verlernt der Säugling ein Sättigungsgefühl zu entwickeln und er lernt ganz im Gegenteil, dass man auch ohne Hunger weiter essen kann. Dieses Verhalten hat sich in unserer Gesellschaft mittlerweile stark ausgebreitet und Übergewicht ist zu einem zentralen Problem geworden. Frauen mit Brustkrebs sind davon überproportional betroffen. Das weist darauf hin, dass es sinnvoll sein könnte nach einer Infektionsquelle in den für die Flaschenernährung verwendeten Säuglingsmilchprodukten zu suchen.

Säuglingsnährmittel bestehen aus adaptierter (also an die Bedürfnisse des Säuglings angeglichene) Kuhmilch und Kuhmilch  enthält nun tatsächlich einige Viren, die Krebs auslösen können. An erster Stelle ist da der Bovine Leukämie-Virus BLV zu nennen, der im Rind Leukämien auslöst. Aber es gibt auch Viren, die eine Immunschwäche auslösen und andere, die im Rind gar keine Krankheit auslösen.

Das könnte aber ganz anders aussehen,  wenn diese Viren Zugang zu Neugeborenen einer anderen Art, zum Beispiel zum menschlichen Säugling erhalten, wie das durch die künstliche Säuglingsernährung der Fall ist. Dazu kommt noch, dass diese Viren Retroviren sind, die als Viren in einer sehr instabilen RNA Form vorkommen. In den Leukozyten der Milch existieren sie aber als sogenannte Proviren in einer sehr stabilen DNA Form, die Hitze unempfindlich ist, also durch Kochen, Pasteurisieren usw. nicht zerstört wird.

Bis vor wenigen Jahren wurde gesagt, dass zum Beispiel der durchaus als gefährlich erkannte Bovine Leukämie-Virus BLV für den Menschen ungefährlich wäre, da seine Übertragung auf den Menschen trotz vieler Versuche nicht nachgewiesen werden konnte. Das hat sich mittlerweile geändert. In den letzten Jahren wurden sowohl Antikörper gegen diesen Virus im Menschen nachgewiesen und Gertrude Case Bühring an der School of Public Health, University of California, Berkeley in Kalifornien, arbeitet am Nachweis der DNA des Virus im Tumorgewebe von Brustkrebspatientinnen. Vielleicht kommt die Suche nach dem menschlichen Brustkrebsvirus, das ohne gefunden worden zu sein, schon über den Namen Human Mammary Tumor Virus oder HMTV verfügt, dadurch zu neuen Ergebnissen. Seit der Entdeckung des Maus-Mammatumorvirus, das Brusttumore bei der Maus auslöst, wären dann schon mehr als siebzig Jahre vergangen.

Die wichtigsten Literaturangaben:

Die Zusammenhänge zwischen Körperlange und Brustkrebs wurden zuerst von Frans de Waard  in Cancer Res. 1975 Nov; 35(11 Pt. 2): 3351-6 unter dem Titel : Breast cancer incidence and nutritional status with particular reference to body weight and height, beschrieben.

Dass der Mensch Antikörper gegen den Bovine Leukämie-Virus herstellt, wurde zuerst von Clausen J, Hoff-Jorgensen R, Rasmussen HB am Institute of Life Sciences and Chemistry, Roskilde University in Kopernhagen in Acta Neurol Scand. 1990 Mar;81(3):223-8 unter dem Titel: Antibody reactivity against animal retroviruses in multiple sclerosis, beschrieben. Diese Arbeit fand wenig Beachtung, weil sie unternommen worden war, um  Zusammenhänge zwischen Multipeler Sklerose und Retrovirus Infektionen zu untersuchen. Zu ihrem Erstaunen fanden die Forscher Antikörper in Patienten mit und ohne Multipeler Sklerose. Dass bis dahin immer gesagt wurde, der Mensch bilde überhaupt keine Antiköper gegen BLV, was somit widerlegt worden war, wurde gar nicht wahrgenommen.

Erneut und sehr gründlich wurden die Immunreaktionen des Menschen gegen den Bovine Leukämie-Virus dann von  Buehring GC, Philpott SM, Choi KY  in AIDS Res Hum Retroviruses. 2003 Dec;19(12):1105-13 unter dem Titel: Humans have antibodies reactive with Bovine leukemia virus, beschrieben. Wahrscheinlich eine Zeitung, die selten von Gynäkologen gelesen wird.

Gertrude Case Bühring arbeitet jetzt auch am Nachweis der BLV DNA im genetischen Material von menschlichen Brusttumoren, hat aber wohl Schwierigkeiten an genug Tumorproben zu kommen, wie ich in ihrem im Internet veröffentlichten Antrag auf Forschungsgelder gelesen habe. Der Zusammenhang zwischen künstlicher Säuglingsernährung und Übergewicht wurde zuerst von dem Forscherehepaar Jelliffe thematisiert, das sich damit wenig Freunde machte. Die Jelliffes arbeiteten lange in Afrika, wo sie die noch schlimmeren direkten Auswirkungen der künstlichen Säuglingsernährung beobachten mussten. Sie gaben aber auch Anstöße, die Auswirkungen dieser Praxis in entwickelten Ländern zu betrachten. Dazu zwei Übersichtsartikel:

The dyadic nature of mother and child nutrition. Jelliffe DB, Jelliffe EF. In Carnets Enfance. 1976 July-September;35:104-9 und Breast-feeding and health in the 1980s: a global epidemiologic review. Cunningham AS, Jelliffe DB, Jelliffe EF. in J Pediatr. 1991 May;118(5):659-66.

Heute gibt es Hunderte von Studien, die den Zusammenhang zwischen Säuglingsernährung und Übergewicht untersuchen. Man findet sie, wenn man unter www.pubmed.com die Stichworte infant feeding und overweight eingibt.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20070906125648/http://www.erieping.de/bkrisik.htm

Ergänzungen zu Risikofaktoren und Ursachenforschung

Posted on | November 15, 2009 | Keine Kommentare

Ein Vergleich der Erforschung von Brustkrebs und Aids

Stand / Letzte Aktulisierung durch Elisabeth Rieping: 28.02.2005

Mit der Ausbreitung der Krankheit durch Bluttransfusionen in weiteren Bevölkerungsgruppen, hätte man eine Veränderung der Risikofaktoren beobachtet und da die erblich kranken Bluter (Hämophilie-Kranken) um ihre Krankheit nicht weiter zu geben, wahrscheinlich auch häufig auf Kinder verzichten, hätte man auch hier Kinderlosigkeit als Risikofaktor finden können.

Trotzdem hätte der Rat, Kinder zu bekommen, um Aids zu vermeiden, wohl keinen Bluter vor Erkrankung geschützt. Bei Partnerinnen Hämophilie-Kranker, die erst schwanger von der Erkrankung erfuhren, hätte man vielleicht auch mehr Abtreibungen finden können und so weiter. Und man hätte alle diese Phänomene erforschen und untersuchen, diskutieren können, ob der Risikofaktor richtig oder falsch oder durch irgendwelche verschleiernden Zusammenhänge zustande gekommen wäre. Ohne die Suche nach einer Infektionsquelle wäre man nicht weiter gekommen. In dieser Situation befindet sich die Erforschung der Brustkrebsentstehung heute.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/bkrisi2.htm

Prolaktin (I)

Posted on | November 15, 2009 | Keine Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 14.01.2006

Prolaktin wird im Hypophysenvorderlappen produziert und in einem zirkadianen, d.h. Tag-Nacht-Rhythmus, ausgeschüttet.

Frühmorgens sinkt der Prolaktinwert ab, nachts steigt er an. So wie der Melatoninwert mit dem er korrelieren könnte, wie zum Beispiel in einer Untersuchung an Männern mit Infertilitätsproblemen gefunden wurde (Awad H 2005).  Auch bei Gesunden konnte durch eine Melatoningabe die Prolaktinkonzentration im Plasma erhöht werden (Kostoglou-Athanassiou I 1998). Und während an jungen Männern, die trotz Melantonin Gabe wach gehalten wurden, kein Effekt auf die Hormone der Hypothalamus-Zwischenhirn-Nebennierenrinden-Achse gefunden werden konnte, so dass die Vermutung entstand, dass nicht das Melatonin sie beeinflusst, sondern der durch Melatonin bewirkte Schlaf, zeigte sich auf das Prolaktin auch ohne Schlaf ein erhöhender Einfluss (Perras B 2005).

Wirkung von Prolaktin auf die Brustdrüse

Zusammen mit anderen Hormonen, nämlich dem Kortisol und dem Insulin, stimuliert Prolaktin das Wachstum der Brustdrüse und wird zu den laktogenen Hormonen gerechnet. Die stärkste Wirkung wird dabei aber nicht durch das Prolaktin, sondern durch die Kortisone ausgeübt. Das Melatonin kann den stimulierenden Effekt, den Prolaktin auf das Wachstum von MCF-7 Zellen, eine menschliche Brustkrebszell-Linie, ausübt, aber verhindern (Lemus-Wilson A 1995). So wäre es möglich, dass obwohl Melatonin den Prolaktinspiegel ansteigen lässt, die proliferierende Wirkung des Prolaktins auf die Brustdrüse durch Melatonin verhindert wird.

Prolaktin und die Brutpflege

Ein hoher Prolaktinwert kann den Eisprung unterdrücken und löst in brutpflegenden Tieren das Brutpflege-Verhalten aus. Beim Menschen steigt er vor der Geburt bei der Mutter stark und auch beim Vater an. Mongolische Wüstenrennmäuse sind soziale Tiere, die gerne in Gruppen leben und ihre Nachkommen pflegen. Fremde Jungmäuse können aber auch angegriffen und umgebracht werden. Deshalb dienen sie zur Untersuchung des Sozialverhaltens und sind sogar im Sachunterricht der Grundschulen als Versuchstiere beliebt. Aber die mongolischen Wüstenrennmäuse sind nicht nur brutpflegend. Fremde Jungmäuse können auch angegriffen und umgebracht werden. Jedoch werden die Jungtiere nicht von allen fremden Weibchen angegriffen. Rennmäuse mit hohem Prolaktinspiegel greifen fremde Jungmäuse nicht so gern an (Saltzman W 2005).

Prolaktin während der Schwangerschaft

Indoleamine-2,3-dioxygenase, wie Prolaktin ein Enzym des Tryptophan-Stoffwechsels, ist ein Stoff, der während der Schwangerschaft die Entwicklung von gegen den Fetus gerichteten T-Zellen unterdrückt, so dass er vom mütterlichen Organismus nicht abgestoßen wird. Dabei induziert Interferon-Gamma die Expression von Indoleamine-2,3-Dioxygenase in CD14(+) Zellen. Diese Wirkung von Interferon-Gamma auf die Expression von Indoleamine 2,3-dioxygenase in CD14(+) Zellen wird durch Prolaktin, wenn es in Konzentrationen wie in der Schwangerschaft vorhanden ist, deutlich gefördert Kawaguchi R 2005.

Links

Prolaktin bei Wikipedia

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/bkprol1.htm

Melatonin (II) und Schlaf

Posted on | November 12, 2009 | Keine Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 22.02.2006

Vielleicht kann man Melatonin als eine Art natürliches Schlafmittel sehen, denn es wird bei Dunkelheit vom Körper ausgeschüttet, um den Schlaf auszulösen.

Schlafmittel

Viele Schlafmittel lösen etwas anderes aus als normalen Schlaf. Und es kommt durch sie nicht zu Schlaf mit seinen verschiedenen Schlafphasen, sondern zu einer anderen Art des nicht wach Seins, die mit dem natürlichen Schlaf nicht viel zu tun hat. Vielleicht ist dieser Schlaf dann nicht so erholsam und nicht so geeignet, die während des Schlafes nötigen Erholungsprozesse zu ermöglichen. Besonders die Benzodiazepine unterdrücken den Tiefschlaf und die REM Phasen. Barbiturate werden wegen vieler Probleme fast gar nicht mehr genommen. Ein warnender Hinweis auf die Unterdrückung von wichtigen Schlafphasen durch viele Schlafmittel findet sich sogar auf der Seite des offiziellen Gesundheitsportals der deutschen ApothekerInnen.

Melatonin als Schlafmittel

Melatonin wird oft als natürliches Schlafmittel angesehen und eingenommen. Ob das aber wirklich so natürlich ist und die bessere Maßnahme nicht das Schlafen bei natürlichem Licht wäre, wage ich nicht zu entscheiden. In manchen Situationen scheint auch Melatonin etwas zu bewirken. Zumal die Sache mit dem natürlichen Licht schwer zu bewerkstelligen ist.

Melatonin scheint den Schlaf von Menschen zu verbessern, die unter Tinnitus leiden (Megwalu UC 2006).

Eine sehr ausführliche, englische  Zusammenstellung über Melatonin als Schlafmittel von einer amerikanischen Regierungsagentur (Agency for Healthcare Research and Quality, U.S. Department of Health and Human Services, www.ahrq.gov, Contract No. 290-02-0023, bearbeitet von: University of Alberta Evidence-based Practice Center, Edmonton, Alberta, Kanada.) Demnach ist es zumindest bei kurzem Gebrauch sicher, bringt aber oft nichts, insbesondere nicht soviel bei Jet-Lag und bei Schichtarbeit. Durch die über 300 Seiten habe ich mich noch nicht durchgequält.

5-Hydroxy Tryptophan/Serotonin

Auch als ‘natürliches’ Schlafmittel wird eine Vorstufe von Melatonin empfohlen, das  5-Hydroxytryptophan oder Serotonin. 5-HTP  oder 5-Hydroxy-Tryptophan kann aus Griffonia Simplicifolia, einer Afrikanischen Schwarzbohne, gewonnen werden und wird als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben.

Wie gut, sinnvoll oder wirksam das ist, ist mir nicht bekannt.

Maßnahmen zur Normalisierung der Melatonin Ausschüttung

Am besten wäre es vermutlich, bei ungestörtem Mondlicht und sonst nichts zu schlafen. Aber obwohl sich das einfach anhört, ist es für jemanden, der in der Stadt wohnt, kaum zu verwirklichen. Das nächst Beste ist möglicherweise zu versuchen, nachts im Dunkeln zu schlafen und wenn man aufstehen muss, nur Licht mit hohen Wellenlängen leuchten zu lassen, dass die Melatonin-Ausschüttung nicht beeinträchtigt, also gelbes Licht anstelle von kurzwelligem, bläulichem.

Nachtarbeiterinnen

Menschen, die nachts arbeiten wollen oder müssen, können Schutzbrillen benutzen, die nur langwelliges gelbliches Licht durch lassen oder darauf bestehen, dass an ihrem  Arbeitsplatz nur Leuchtmittel, die langwelliges Licht aussenden, brennen. In Bezug auf Krankenschwestern wäre das auch für ihre Patienten besser, deren Schlaf davon auch profitieren würde.

Straßenbeleuchtung

Auch in Bezug auf die Straßenbeleuchtung und Leuchtreklame wäre es von Vorteil, wenn nachts nur langwelliges Licht zum Einsatz kommen dürfte. Nicht nur der Mensch auch Insekten und Zugvögel würden davon profitieren.

Links

Über den Schlaf von Werner Stangl-Taller (eine sehr informative Seite)

Text im Archiv der Library of Congress:
http://web.archive.org/web/20080524185517/http://www.erieping.de/bkmelaschlaf1.htm

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http://web.archive.org/web/20080524185531/http://www.erieping.de/bknorm.htm

Die Bedeutung der Wächterlymphknoten

Posted on | November 11, 2009 | 1 Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 31.03.2006

Wächterlymphknoten werden auch Sentinel-Lymphknoten genannt. Für die Behandlung von Brustkrebs ist es sehr wichtig, zu wissen, ob der Krebs schon gestreut hat oder nicht.

Die erste Station der Streuung

Nach Diagnosestellung und Operation eines Tumors in der weiblichen Brust ist von großer Bedeutung, ob dieser Tumor bereits in die Lymphknoten in der Achselhöhle (Axilla) gestreut hatte. Diese axillären Lymphknoten sind häufig die erste Station für Tumorabsiedelungen (Metastasen, Tochtergeschwülste). Abhängig vom Ergebnis, der Anzahl der befallenen Lymphknoten, wird der sogenannte axilläre Lymphknotenstatus, festgestellt und eine Aussage über die Prognose und damit über den weiteren Verlauf der Krankheit wird möglich. Auch die weitere Therapieplanung – etwa die Entscheidung über eine Hormonbehandlung oder Chemotherapie – wird durch diese Information ganz wesentlich mitbestimmt.

Die operative Entfernung und Untersuchung aller Lymphknoten aus der Achselhöhle war daher lange Zeit Methode der Wahl, obwohl sie bei vielen Patientinnen zu Beschwerden führt, die von Nervenirritationen, über Schmerzen bei der Armbewegung, bis hin zu einem Lymphstau im betroffenen Arm reichen. Zahlreiche Forschungsaktivitäten hatten daher das Ziel, die Zahl der sogenannten axillären Lymphknotendissektionen einzugrenzen.

Die gezielte Untersuchung des sogenannten Sentinel- oder “Wächter”-Lymphknotens ist ein vielversprechender neuer Weg. Es handelt sich um den “ersten” Lymphknoten im Lymphabflussgebiet eines Mammakarzinoms, in dem sich streuende Tumorzellen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch als erstes absiedeln. Falls dieser Sentinel-Lymphknoten keine Tumorzellen enthält, werden in der Regel auch die folgenden Lymphknoten in der Achselhöhle tumorfrei sein. Damit würde sich eine vollständige Axilladissektion erübrigen. Während der Operation des primären Tumors im Brustdrüsengewebe wird lediglich der Sentinel-Lymphknoten entfernt und auf Tumorzellen hin untersucht. Diese Entfernung eines einzelnen Lymphknotens führt erheblich seltener zu dann auch schwächeren Beschwerden. Nur wenn dieser Wächter vom Tumor befallen ist, muss wie bisher die gesamte Achselhöhle “ausgeräumt” werden.

Mit der Sentinel-Methode kann in manchen Fällen auf eine Entfernung zahlreicher Achsellymphknoten bei Brustkrebs verzichtet werden. Diese Sentinel- oder Wächterlymphknotenbiopsie ermöglicht durch die Entfernung eines oder einiger weniger Lymphknoten eine Aussage über den Befall weiterer Achsellymphknoten. Vor bzw. während der Operation wird durch Einspritzen eines Blaufarbstoffes oder einer radioaktiven Lösung versucht, den Wächterlymphknoten darzustellen. Diese eingespritzte Flüssigkeit wird über die Lymphbahnen der Brust zu den Achsellymphknoten transportiert und reichert sich im sog. Wächter- oder Sentinellymphknoten an. Der blaue Farbstoff verfärbt innerhalb der ersten 24 Stunden nach der OP kurzfristig den Harn. Die Verfärbung der Haut an der Einstichstelle (Blautätowierung) im Brustbereich bildet sich innerhalb von mehreren Monaten komplett zurück.

Ablauf der Untersuchung

Entscheidend ist natürlich zunächst, den für jede Patientin und jeden Tumor spezifischen Wächter-Lymphknoten zu finden. Dazu wird rund um das Mammakarzinom eine kleine Menge winziger (etwa 80 bis 200 Nanometer), radioaktiv markierte Partikel injiziert. Dies ist in aller Regel weniger schmerzhaft als eine Blutentnahme. Direkt anschließend wird der Abtransport dieser Partikel über die Lymphbahnen mit einer Gammakamera sichtbar gemacht und verfolgt. In den meisten Fällen kann der Sentinel-Lymphknoten als kleines, rundes Partikeldepot in der Achselhöhle innerhalb der ersten Stunde identifiziert werden. Bei einigen Patientinnen stellt sich der Sentinel-Lymphknoten erst bei einer erneuten Szintigraphie am nächsten Tag dar. Eine neue Injektion ist dazu nicht erforderlich.

Diese vor der Operation angefertigten Bilder werden mit dem Operateur besprochen. Die exakte Lage des Sentinel-Lymphknotens wird schließlich auf der Haut markiert, so dass nur ein kleiner Schnitt für die operative Entfernung nötig ist. Weitere Sicherheit entsteht dadurch, dass während der Operation mit einer Gamma-Sonde – einem kleinen stabförmigen Messinstrument – die von dem Wächterlymphknoten ausgehende, sehr schwache Strahlung gemessen wird. Dies ermöglicht zusätzlich ein unkompliziertes, schnelles und sicheres Identifizieren des gesuchten Lymphknotens.

Nach bisherigen Forschungsergebnissen war diese Methode bei über 95 Prozent aller Patientinnen erfolgreich. Nur in wenigen Fällen konnte der “Wächter” mit der Gamma-Sonde nicht aufgefunden werden. Um das Verfahren allgemein anwendbar zu machen, wird in derzeit laufenden Studien die Sicherheit einer Prognose mit dem Sentinel-Lymphknoten überprüft. Dazu wird in einer prospektiven Studie in Deutschland und Zentren im Ausland das histologische Ergebnis des Sentinel-Lymphknotens mit dem der übrigens Lymphknoten in der Achselhöhle verglichen.

Die bisherigen Ergebnisse sprechen dafür [und dies hat sich seit der Veröffentlichung dieses Textes auch weiter bestätigt], dass in Zukunft durch enge Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Nuklearmedizinern vielen Frauen die operative Entfernung der Lymphknoten der Achselhöhle mit ihren unangenehmen Folgen erspart werden kann.

Link:

Leitlinie zur Axilla-Dissektion (Entfernung von axillären Lympknoten zur Bestimmung des Tumorstadiums, Schweizerische Ärztezeitung, Stand 2003)

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20071028165228/http://www.erieping.de/bklym2.htm

Über das Lymphödem

Posted on | November 9, 2009 | Keine Kommentare

Stand/Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping: 31.03.2006

Entstehung des Lymphödems

Das Lymphödem kann sich durch eine Verstopfung der Lymphgefäße durch Tumorzellen entwickeln, aber auch durch eine Zerstörung des Lymphabflusses bei der Entnahme der Lymphgefäße. Die Lymphknoten werden zur Diagnose der Brustkrebsausbreitung, dem sogenannten Staging, also der Stadieneinteilung, die für die Planung der Behandlung gemacht wird, entnommen. Sie werden nicht zur Behandlung entfernt. Wenn die Lymphknoten befallen sind, kann man davon ausgehen, dass der Krebs sich ausgebreitet hat und durch lokale Maßnahmen wie die Operation nicht mehr vernichtet werden kann. Deshalb müssen die Krebszellen dann systemisch bekämpft werden. Das heißt, durch eine Therapie wie die Chemotherapie, die den ganzen Körper erfasst.

Um die Entscheidung für oder gegen eine systemische – also den ganzen Körper erfassende – Therapie treffen zu können, ist die Analyse des Lymphknotenstadiums sinnvoll. Muss ohnehin eine systemische Therapie gemacht werden, weil Metastasen an anderer Stelle wie Knochen oder Lunge beobachtet werden können, kann frau auch darauf verzichten.

Auch durch Bestrahlung kann die Entstehung eines Lymphödems begünstigt werden (Morrell RM 2005). Das ist ein Punkt, den man bedenken sollte, wenn man sich anstelle einer Amputation für eine Brust erhaltende Therapie mit Bestrahlung entscheidet.

Vermeidung des Lymphödems

Um den Schaden durch die Lymphknotenentnahme so gering wie möglich zu halten, wird heute versucht, so wenige Lymphknoten wie möglich zu entnehmen und zunächst die Wächterlymphknoten aufzusuchen. Dazu müssen diese radioaktiv markiert werden. Das ist nicht in jeder Klinik möglich, da es sich um eine nuklearmedizinische Technik handelt. Deshalb sollte man sich vor der Operation erkundigen, ob sie in der ins Auge gefassten Klinik angeboten wird, da es  frau viel Ärger ersparen kann. Es gibt aber auch die Markierung mit einem blauen Farbstoff, die ähnlich gute Ergebnisse zeigt. Sehr gut scheint die Kombination von beiden Methoden zu sein (Goyal A 2006).

Behandlung des Lympödems

Meist wird die Zwei-Phasen-Behandlung nach Prof. Földi angewandt. Sie besteht aus einer Entstauungsphase und einer Erhaltungsphase.

Während der Entstauungsphase wird das Lymphödem in einer intensiven Therapie – der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) – so weit wie möglich entstaut. Dazu kann man eine Reha-Klinik aufsuchen, die darauf  spezialisiert ist. Die Behandlung besteht aus täglicher Lymphdrainage, 24 Stunden wickeln und zum Abschluss die Anpassung eines Kompressionsstrumpfes (für den Arm).

Es folgt die Erhaltungsphase, die den in der Entstauungsphase erreichten guten Zustand so lange wie möglich erhalten soll. Zuhause erfolgt dann:

  1. Hautpflege mit Eucerin ph 5, weil das das Latex des Kompressionsstrumpfes nicht angreift
  2. Manuelle Lymphdrainage, nur wenn nötig
  3. Kompression
  4. Bewegung (Walken, Joggen, Nordic-Walken, Schwimmen), denn durch das Zusammenziehen der Muskeln bei Bewegung wird die Lymphe zurückgeschoben.

Ohne anschließende Kompression kommt es wieder zum  Lymphstau wieder.

Auf die Behandlung des Lymphstaus sind am ehesten Venenärzte (Phlebologen) spezialisiert. Es empfiehlt sich, sich umzuhören. Es gibt vermutlich aber auch Gynäkologen, die weiter wissen.

Als Medikamente wird beim Lymphödem ein Selenpräparat empfohlen (Kasserolle RG 2000), und zwar Natrium-Selenit.

Es soll die Entstehung von Erysipeln also bakteriellen Entzündungen der Haut in dem vom Lymphödem betroffenen Gebiet verhindern.

Links

Wächterlympknoten bei Wikipedia
Lymphnetzwerk

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20071019112340/http://www.erieping.de/bklym.htm

Knochenmetastasen bei Brustkrebs unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Virusbeteiligung

Posted on | November 8, 2009 | Keine Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 01.04.2006

Der Abbau von Knochen bei Brustkrebs könnte nicht so sehr durch ein einfaches sich Ausbreiten von Metastasen zustande kommen, wie durch eine Einwanderung von Metastasen in durch Osteoklasten gebildete Knochenhöhlen.

Osteoklasten sind Knochen abbauende Zellen, die normalerweise beim Knochenumbau eine Rolle spielen. Diese Osteoklasten sind sehr große Zellen, die auch giant cells, Riesenzellen, genannt werden.

Vor Jahren wurde ein Brustkrebsvirus von einer Arbeitsgruppe in Liverpool beschrieben, die dieses Virus entdeckt hatte, weil es auch die Bildung von Riesenzellen anregt, und zwar nicht direkt über die Bildung von Krebs oder Metastasen, sondern indem es Zellen zur Fusion in Form von Synzytien, also fusionierten Zellen, anregt, die man dann als Riesenzellen sehen kann. Die Bildung von Riesenzellen ist auch das typische Erkennungsmerkmal des Rinderleukämievirus BLV.

Über dieses Virus weiß man wenig in Bezug auf die sogenannten Knochenmetastasen, weil  Rinder bei Infektion oder Krankheitszeichen geschlachtet werden. Aber es hat einen sehr engen Verwandten namens HTLV-I, der bei Menschen eine Leukämie verursachen kann, die ganz typischerweise die Knochen angreift und auch schwere Hyperkalzämien verursacht, wie sie auch bei Brustkrebs vorkommen. HTLV-1 verursacht beim Menschen auch eine Krankheit, die, abgesehen von den HTLV-1-Antikörpern unterscheidbar von der rheumatischen Arthritis ist, einer Krankheit, die, was nicht sehr bekannt ist, auch mit Hyperkalzämien einher geht (Oelzner P 2006).

Auch für andere bösartige Erkrankungen durch Retroviren – zum Beispiel bei Vögeln – ist die Knochenbeteiligung typisch.

Modellsysteme für Knochenmetastasen

Es ist sehr schwer, Tiermodelle für Brustkrebs mit Knochenmetastasen zu entwickeln. Meist nimmt man MDA-MB-231 Brustkrebszellen des Menschen und injiziert sie in die linke Herzkammer einer nackten Maus. 3 – 4 Wochen später entwickeln sich dann Osteolysen, also so etwas wie Metastasen in den Knochen der Maus. Ob das viel mit der Situation beim Menschen zu tun hat, ist die Frage. Dieses Modell ist jetzt noch weiterentwickelt worden, um den Einsatz der Bisphosphonate an einen tierischen Modellsystem testen zu können (Peyruchaud O 2001).

Seitdem ist kein Bericht über den erfolgreichen Einsatz des Modells für den Test von Bisphosphonaten wie Zoledronsäure (Zometa) erschienen.

Link

pdf der Arbeit von Peyruchaud

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20080602055204/http://www.erieping.de/bkknoch2.htm

Knochenmetastasen: Wirkung und Nebenwirkungen der Behandlung mit Bisphosphonaten – Kieferknochennekrosen

Posted on | November 8, 2009 | 1 Kommentare

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 13.10.2007

Die Entstehung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs

Knochenmetastasen sind für einige Krebsarten besonders typisch, insbesondere für den Brustkrebs der Frau und das Prostatakarzinom des Mannes. Die Entstehung von Knochenmetastasen experimentell zu untersuchen, ist dagegen schwierig, weil bei den meisten, genau genommen allen, Tiermodellen für Brustkrebs keine Knochenmetastasen entstehen.

Es gibt aber einige retrovirale Krankheiten, auch beim Menschen, für die Knochenmetastasen und Hyperkalzämien typisch sind.

Auch für rheumatische Arthritis ist die Hyperkalzämie typisch und kommt bei vielen Patientinnen vor (Oelzner P 2006). Das ist wohl nicht sehr bekannt, weil man erst jetzt danach sucht.

Diagnostik: Wie werden Knochenmetastasen erkannt?

Um herauszubekommen, ob Knochenmetastasen vorliegen, macht man ein Knochenszintigramm. Dabei wird eine winzige Menge einer radioaktiven Substanz gespritzt, die sich an Stellen im Körper einbaut (anreichert), an denen der Knochen aktiv umgebaut wird. Mit einer Art Kamera wird der Körper dann abgetastet und diese Anreicherung wird bildlich dargestellt. Auf diese Weise als aktiv gezeigte Areale müssen nicht immer Metastasen sein. Auch aus anderen Gründen, besonders durch eine veränderte Belastung der Knochen, kann es zu Umbauprozessen kommen, die zu Anreicherungen  führen. Bei Brustkrebs muss man jedoch leider häufig den Verdacht auf Knochenmetastasen hegen. Auch Knochenschmerzen können ein Hinweis auf Knochenmetastasen sein.

Behandlung: Wie werden Knochenmetastasen behandelt?

Meist werden Knochenmetastasen durch Bestrahlung („Strahlentherapie“) behandelt. Außerdem werden bestimmte Medikamente – Bisphosphonate – eingesetzt. Sie scheinen aber möglicherweise nicht direkt die Ansiedlung der Knochenmetastasen zu verhindern, sondern den Abbau der Knochensubstanz  (Peyruchaud O 2001). Manchmal sind Bisphosphonate auch gegen  Knochenschmerzen wirksam.

Über die Vor- und Nachteile der Bisphosphonate nach Darreichungsform

Auch gegen die Entwicklung von Knochenmetastasen werden Bisphosphonate eingesetzt, die als Tabletten eingenommen oder langsam infundiert werden können. Die Frage, wie früh (und ob) die Biphosphonate dazu eingesetzt werden sollten, ist allerdings nicht wirklich geklärt. [Hinweis: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels durch Elisabeth Rieping wurden Bisphosphonate über diverse Medien mehr oder weniger direkt und indirekt Produkt fördernd beworben, der angegebene Artikel aus der „Ärztezeitung“ ist nicht mehr online verfügbar.]

Ein Link zu Arbeiten über die Behandlung von Knochenmetastasen mit Bisphosphonaten.

Nebenwirkungen

Achtung! Ein Problem bei der Behandlung mit Bisphosphonaten ist, dass sich Kieferknochennekrosen entwickeln können, wenn die Zähne während der Behandlung eingreifend behandelt werden müssen.

Deshalb sollte frau vor einer geplanten Behandlung mit Bisphosphonaten einen Besuch beim Zahnarzt machen und wichtige Behandlungen vorziehen. Auch am Auge, siehe unten, kann es schwere Nebenwirkungen geben!

Was man wohl sagen kann, ist, dass Bisphosphonate das Leben nicht verlängern (Pavlakis N 2005). Das ist ein Übersichtsartikel, in dem abgesehen davon, dass der Erfolg zweifelhaft ist, kaum etwas über Nebenwirkungen gesagt wird, außer über die auf die Nieren.

Dass die Nebenwirkungen harmlos sind, kann man aber nicht sagen. Sie sind den Internisten vielleicht nur nicht bekannt, weil sie am Kiefer und am Auge auftreten und deshalb andere Fachärzte konsultiert werden. Es gibt erst wenige Untersuchungen über das Auftreten von Kieferknochennekrosen bei der Bisphosphonat-Behandlung, denn diese Nebenwirkung ist erst spät erkannt worden, vermutlich weil Brustkrebs und Kieferknochennekrosen in verschiedene Gebiete fallen und Frauen ihrem Zahnarzt weder erzählen, dass sie Brustkrebs haben, noch dass sie gegen Knochenmetastasen mit Bisphosphonaten behandelt werden.

Wenn die Bisphosphonate in Zukunft in hoher Dosierung schon früh im Krankheitsverlauf  eingenommen werden, dann könnte diese Nebenwirkung allerdings häufiger werden.

Nebenwirkung am Auge

Bisphosphonate, die zur Behandlung der Osteoporose und bei Krebspatienten eingesetzt werden, sollen in seltenen Fällen schwere Entzündungen am Auge verursachen, die bis zur Erblindung führen können (Fraunfelder FW 2003 und Fraunfelder 2004). Das ist wohl nicht sehr bekannt, und wenn man Augenprobleme bemerkt, sollte man dem Augenarzt dann wohl auf die Bisphosphonat-Einnahme aufmerksam machen.

Heute wird oft gefordert, die Bissphosphonate schon zu verordnen, bevor sich Knochenmetastasen gebildet haben. Dann werden sie natürlich sehr viele Jahre länger eingenommen und es ist möglich, dass dann auch die Häufigkeit der Nebenwirkungen zunimmt. Insofern ist die Vorbeugende Einnahme von Bisphosphonate sicher nicht unproblematisch. Trotzdem hört man immer öfter  Forderungen von Selbsthilfegruppen nach mehr oder früherer Medikamentengabe als Argument für deren Verschreibung. Ein Problem ist dabei die Beeinflussung von Selbsthilfegruppen durch Pharmalobbyisten oder Pharmamarketing-Spezialisten, die diese Form der Absatzsteigerung entdeckt haben.  (s. Dossier (Link zu mamazone, = nicht mehr aktiv, Selbsthilfegruppen bei Wikipedia)

Folgende Bisphosphonate gibt es:

Zometa und Aredia, die als  Infusion in die Vene gegeben werden und solche zum Einnehmen, die weniger stark wirken sollen. Leider machen sie bei manchen Frauen große Probleme im Magen-Darmtrakt.

Dann kann man noch auf  Bondronat®  (Ibandronat) übergehen, wenn es die Krankenkasse genehmigt.

Aredia® ist von Novartis (Natrium-Pamidronat)
Zometa® (Zoledronsäure auch von Novartis)
Bondronat® Ibandronat von Roche kann eingenommen oder intravenös gegeben werden
Fosamax® von Merck. Das ist Natrium-Alendronat.
Actonel® von Procter und Gamble. Das ist Natrium-Risedronat.

Diese Bisphosphonate werden vorwiegend gegen Knochenmetastasen gegeben. Die Bisphosphonate zum Einnehmen sind gegen Osteoporose gedacht.

Traubensilberkerze oder Bisphosphonate?

Außer bei Knochenmetastasen bildendem Krebs werden Bisphosphonate auch gegen Osteoporose verordnet. In diesem Fall könnte die Einnahme von Traubensilberkerzepräparaten wie Refeminin sinnvoller sein. Denn sie wirken sehr spezifisch gegen die Knochenauflösung. [Zitat Libeth aus ihrem Forum 2006: Cimicifuga racemosa, die Trabensilberkerze, bzw. ihre Extrakte, werden auch auf ihre Wirkungen gegen Brustkrebs untersucht. Dabei ist mein Titel hier unglücklich gewählt, denn die Wirkung soll ja unabhängig von den Östrogen und Progesteronrezeptoren erfolgen. The Growth Inhibitory Activity of the Cimicifuga racemosa Extract Ze 450 is Mediated through Estrogen and Progesterone Receptors-Independent Pathways (Garita Hernandez M 2006). Die antiöstrogenen Eigenschaften und auch die gegen androgenetischen Haarausfall sind schon länger bekannt. Aber die Wachstum hemmenden Eigenschaften auf die Brustkrebszellen nicht.] Auch bei Hormon unabhängigem Brustkrebs kann man sie (Traubensilberkernpräperate) versuchen. Wenn der Brustkrebs aber auf Antihormone wie Tamoxifen reagiert, sind sie zu gefährlich, weil die Tamoxifenwirkung beeinträchtigen können.

Auch die Bisphosphonate hemmen nur den Knochenabbau, jedoch nicht direkt das metastatische Wachstum von Tumorzellen, wie ich dieser nicht so einfach zu verstehenden experimentellen Arbeit entnommen habe, in der nebenbei die Wirkung von Zometa auf Knochenmetastasen getestet wurde (Peyruchaud O 2001).

Links

Über Osteoporose bei Wikipedia
Link zu einer Arbeit über die Kieferknochennekrosen, ebenfalls von IJ Diel

Artikel zu Kieferknochennekrosen aus dem Amerikanischen

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20080602071218/http://www.erieping.de/bkknoch.htm

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    Diese Internetseite war das Online-Notizbuch von Elisabeth Rieping (Libeth). Hier hat sie einige Tausend kürzere und längere Texte ins Netz gestellt, um für sich selbst und andere Wege zum Weiterleben mit Brustkrebs zu finden. Elisabeth Rieping starb am 20. Juli 2009 in Köln an den Folgen von Brustkrebs. Mehr lesen über Libeth ...

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