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zu Brustkrebs bei Tieren
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| Die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen | ||
| Zusammenfassung: | ||
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Bis heute ergab die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen keine reproduzierbaren Ergebnisse. Die Auswertung der wenigen erfolgreichen Übertragungsexperimente zeigt, dass die infektiöse Substanz möglicherweise zellgebunden übertragbar ist und in Mäusen Lymphome auslöst. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich dabei um einen in Monozyten integrierten Provirus handelt, ähnlich dem Erreger der Akuten T-Zell Leukämie des Menschen HTLV-I und dem die Rinder Leukose übertragenden BLV. |
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Seit
der Entdeckung, dass Brusttumore der Maus durch einen Virus übertragen
werden, hat man nach einem Virus gesucht, der die Krankheit beim
Menschen überträgt. Das
übliche Verfahren zur Entdeckung eines Erregers, also die Übertragung
auf eine andere Person, wurde aus ethischen Gründen natürlich nicht
unternommen.
Stattdessen versuchte man menschlichen Brustkrebs auf Mäuse zu übertragen.
Aber bei den infizierten Mäusen stieg die Häufigkeit an Brusttumoren
nur leicht von einem auf drei Prozent. Stattdessen wurde eine deutliche
höhere Rate an Lymphomen also Blutkrebs gefunden [i].
Eigentlich ein aufregendes Ergebnis. Aber warum war abgesehen von dieser
Arbeit keine weitere zu finden, in der die Übertragung des menschlichen
Brustkrebses auf Mäuse beschrieben wurde. Vermutlich doch nicht, weil
es keiner versucht hatte, sondern weil es keiner erfolgreich versucht
hatte. Also warum war nur das oben beschriebene Experiment gelungen,
ohne erfolgreich wiederholt worden zu sein? Nun, während
die Wissenschaftler das als Kontrolle benutzte Maustumor Material
filtrierten um den Maus Mamma Tumor Virus MMTV von Zellen und Bakterien
zu isolieren, gingen sie bei dem menschlichen Tumormaterial anders vor
und wichen von der Filtration, der damaligen Standardprozedur zur
Isolierung von Viren ab. Sie
homogenisierten das Material aus menschlichen Tumoren, fügten
Antibiotika zu, um verunreinigende Bakterien abzutöten, zentrifugierten
und benutzen denn die Interphase, also das Material, dass sich zwischen
Zellen und Fett abgesetzt hatte für die Übertragung auf Mäuse. Das ist natürlich
keine so scharfe Trennung wie beim Filtrieren und so wird das
benutzte Material auch Zellen enthalten haben. Möglicherweise genug
Zellen, um darin enthaltene latente Viren zu übertragen. Beim üblichen
Filtrieren wäre nur zellgebunden übertragbarer Virus außen vor
geblieben. Andere Forscher,
die das Virus nicht haben übertragen können, werden Filter benutzt
haben, da das das übliche Verfahren war. Denn es war damals noch nicht
bekannt, dass es Retroviren gibt, die wie der Rinderleukämie Virus BLV
(von Bovine Leukemia Virus) in vivo also im lebenden Tier, wenig
Virusmaterial produzieren [ii], vermutlich um der Immunantwort des
Organismus zu entgehen. Viren, wie BLV und HIV (für Human
Immundeficiency Virus, das Aids überträgt und dadurch allgemein
wurde), waren 1977 noch nicht sehr bekannt.
Später, nämlich 1995 gab es einen weiteren Bericht über die häufige
Entwicklung von Mäuse T - Zell Lymphomen nach Implantierung von
Material von Patientinnen mit Inflammatorischem Brustkrebs auf Nacktmäuse
[iii]. Das war im
Grunde auch ein Bericht von der erfolgreichen Übertragung von
Brustkrebs auf ein Tier, der aber nicht so wahrgenommen wurde.
Vermutlich waren die Experimente erfolgreich, weil Zellen benutzt worden
waren. Sie geben so Anlass zu vermuten, das diese Krebszellen ein
übertragbares Agens enthalten haben könnten, das zellgebunden übertragen
wird. Neun Jahre
vorher hatte gezeigt werden können, dass Monozyten von
Brustkrebspatientinnen Riesenzellen bilden können [iv]. Da die
Riesenzellbildung ein Zeichen einer viralen Infektion sein kann, wurde
versucht, Retrovirus Partikel zu finden und deren Reverse
Transkriptase nachzuweisen. Nachdem man
mononukleäre Zellen von Brustkrebspatientinnen einige Tage angezüchtet
hatte, konnte man bei 97% Partikel nachweisen, die Reverse Transkriptase
Aktivität zeigten. Bei dem Material von Kontrollpersonen war das nur
bei 11% der Fall. Die
Transkriptasen arbeiteten außerdem besser mit Magnesium Ionen als mit
Mangan Ionen, die von zellulären Transkriptasen bevorzugt werden [v]. Die
Froscher um AlSumidaie setzten ihre Arbeit nicht weiter fort, weil zwei
andere Gruppen, die sie wiederholen wollten, diese Ergebnisse nicht bestätigen
könnten. Eine Gruppe konnte die Monozyten erst gar nicht so züchten, dass sich Riesenzellen bildeten. Und sie fanden auch keine Reverse Transkriptase Aktivität. Allerdings fanden
sie auch keine Reverse Transkriptase Aktivität, wenn sie fremde
Retroviren zur Kontrolle zugaben, was darauf hätte hindeuten können,
dass irgendetwas in ihren Medien die Reversen Transkriptasen behinderte.
Dem wurde aber nicht nachgegangen [vi]. Die
nächste Gruppe, die die Experimente von AlSumidaie wiederholen wollte,
fand ganz anders als ihre Vorgänger Mengen von Riesenzellen.
Leider nicht nur in den Kulturen von Brustkrebspatientinnen, sondern
auch in denen von gesunden Frauen [vii].
Diese Arbeit war nun glücklicherweise sehr ausführlich und man konnte
nachsehen, was sie anders gemacht hatten als AlSumidaie. Eine Änderung in ihrem Versuchsprotokoll war, dass sie ein anderes Kulturmedium genommen hatten und zwar hatten sie gepooltes, das heißt zusammengeschüttetes, Serum von Frauen genommen. AlSumidaie hatte Kälberserum benutzt. Kälberserum, das
einzeln, von gesunden Jungtieren abgefüllt wird, ist sehr viel weniger
wahrscheinlich verunreinigt als gepooltes Frauenserum.
Da in der ursprünglichen Arbeit ja gezeigt worden war, dass das Virus
ja auch aus dem Material von etwa 10% der Kontrollpatientinnen gezüchtet
werden konnte, also von Frauen, die möglicherweise infiziert waren,
ohne dass der Krebs sich schon nachweisbar entwickelt hatte, ist es möglich,
dass der für die massenhafte Riesenzellentwicklung nötige Virus aus
dem zur Anzüchtung benutzten gepoolten Frauenserum kam.
Gepooltes Frauenserum könnte den Virus von gesunden, aber mit einem
Brustkrebsvirus infizierten Frauen enthalten haben. Es
war noch ein weiterer Aspekt dieser Arbeit interessant. Trotz der
Riesenzellentwicklung ließ sich keine Reverse Transkriptase
Aktivität nachweisen. Auch beigefügte Kontrollen, hier wurde MMTV, das
Maus Brust Tumor Virus benutzt, zeigten keine Virusaktivität.
Das könnte dafür sprechen, dass sich eine blockierende Substanz in dem
gepoolten Frauenserum befand. Da
die Ergebnisse von AlSumidaie nicht wiederholt werden konnten, wurde die
Suche und weitere Charakterisierung des menschlichen Brustkrebsvirus von
der gesamten Arbeitsgruppe eingestellt. In
ihrem 1998 erschienen Übersichtsartikel[viii] über mögliche Zusammenhänge
zwischen Virusinfektionen und menschlichem Brustkrebs führt die Autorin
aus, vermutlich inspiriert durch die eigenen Ergebnisse mit
Knochenerkrankungen[ix],[x] , aber auch durch die anderer mit
tierischen[xi] und menschlichen[xii],[xiii] Retroviren, dass bei der
Suche nach dem Brustkrebsvirus an erster Stelle Monozyten untersucht
werden sollten, wie es ja auch AlSumidaie gemacht hatte. Und das der
gesuchte Brustkrebsvirus des Menschen nicht notwendiger Weise MMTV oder
ein naher Verwandter dieses Viruses sein muss.
Anders als MMTV, dessen Zugang zum Menschen schwierig vorzustellen ist,
ist das Rinder Leukämie Virus BLV (für Bovine Leukemia Virus) eine
Riesenzellen bildendes Virus, das in den Lymphozyten der Kuhmilch als
stabiles DNA Provirus enthalten ist. Diese Kuhmilch wird in den
westlichen Industrieländern und zwar verstärkt seit etwa 130 Jahren
als Nahrungsmittel menschlicher Säuglinge, aber auch für die Aufzucht
von Hunden und Katzen verwandt. Eine Gewohnheit, die sich mittlerweile
über die ganze Welt verbreitet hat. BLV war seit seiner Entdeckung verdächtig.
Aber mit den vor dreissig Jahren üblichen Methoden, konnten keine
Antikörper gegen das Virus in Menschen gefunden werden. Das
hat sich geändert[xiv]. Mit modernen Methoden (Immunoblotting) konnten
Antikörper gegen BLV in 74% der untersuchten Seren von Menschen
nachgewiesen werden.
Unabhängig davon und einiges früher als die oben erwähnte Arbeit, war
eine andere Gruppe, die auf der Suche nach Zusammenhänge zwischen
multipler Sklerose und BLV war, zu ähnlichen Ergebnissen kommen[xv]. Da
sie aber Spuren von BLV in Patienten und gesunden Kontrollpersonen
fanden, wurde die Suche nicht fortgesetzt. Vermutlich war
den Forschern nicht bewusst, dass in einigen wichtigen Milch und Fleisch
produzierenden Ländern nicht versucht wird BLV aus dem Bestand zu
eliminieren, weil angenommen wird, dass das Virus gar nicht in den
Menschen eindringen kann, obwohl über die Kuhmilch günstige
Gelegenheit besteht. Es
wurde auch untersucht, ob BLV Veränderungen im Euter der Kuh verursacht
[xvi]. Dabei wurden Veränderungen der Wachstumseigenschaften
in Linien von Epithelzellen gefunden, die BV infiziert waren. Die Zellen
verdoppelten sich schneller, wuchsen bis zu einer höhern Zelldichte und
lebten länger. Alles Eigenschaften, die für Tumorzellen typisch sind.
Dass BLV solche Veränderungen im Eutergewebe verursachen konnte,
inspirierte die Suche nach BLV Erbmaterial in menschlichen
Brustkrebszellen.
Dabei konnte BLV DNA im Gewebe von Brustkrebsmaterial gefunden werden.
Die Studie wird fortgeführt [xvii]. Wenn
BLV eine wichtige Ursache des menschlichen Brustkrebs sein sollte, und
die Infektion über Säuglingsnahrung zustande kommt[xviii], die mit BLV
verunreinigt ist, sollten sich Virusspuren in etwa jeder zehnten Person
westlicher Industriegesellschaften finden lassen. Denn etwa jede zehnte
Frau bekommt dort Brustkrebs. In
New York werden gesunde Blutspender auf Antikörper gegen HTLV-I
und HTLV-II untersucht, obwohl die Stadt kein Gebiet ist, indem der
Virus endemisch vorkommt. Bei den Blutspendern, die keine Antikörper
gegen die Strukturproteinen der beiden Viren haben, die also nicht
infiziert sein sollten, findet man in 8,6% Antikörper gegen das TAX
Protein von HTLV. Für TAX codierende DNA wurde auch gefunden und
zwar von zwei unabhängig voneinander arbeitenden Gruppen[xix]. [xx].
Da New York ein Gebiet ist, in dem HTLV Infektionen äußerst selten
ist, war das ein erstaunliches Ergebnis. Es
ist kein erstaunliches Ergebnis, wenn das gefundene TAX Protein das BLV
TAX Protein ist. BLV ist der enge Verwandte des HTLV-I Virus und
in den Vereinigten Staaten in der Kuhmilch enthalten, die für die Ernährung
des Menschen insbesondere auch der Säuglinge verwendet wird. Die DNA von BLV kommt als Provirus in der DNA von Milchlymphozyten vor und somit in der gepoolten Milch, die zur Produktion von Säuglingsnährmitteln genutzt wird. Da DNA beim Kochen nicht zerstört wird, wird auch die integrierte DNA durch die Hitze basierten Prozeduren, die benutzt werden, um die künstliche Säuglingsernährung sicherer zu machen, nicht zerstört. DNA reicht aus, um das Virus weiter zu geben. eine spezielle Behandlung bei virusbedingten Brustkrebs [i]
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