Clemmensen's Hook     Die Brustkrebsepidemie
  Mit Clemmensen's Hook wird nach seinem Entdecker Clemmensen das Phänomen bezeichnet das Brustkrebs mit dem alter langsam zunahm, nach den Wechseljahren aber wieder seltener wurde.

Dieses Phänomen ist in den westlichen Industrieländern schon seit langem nicht mehr zu beobachten. Hier bekommen auch ältere und ganz alte Freuen heute oft Brustkrebs.

Man findet es noch in Ländern wie Taiwan Chie WC 1995, in denen der epidemische Brustkrebs eine neue Krankheit ist.   

 
Wie kann man diese Auftreten von Brustkrebs beginnend mit einem Geburtsjahrgang erklären?
  Als Clemmensen das Phänomen beobachtete, waren vermutlich erst die jüngeren Jahrgänge infiziert. Und zwar in einem zunehmenden Ausmaß.

Die älteren Jahrgänge waren dagegen als Säuglinge noch nicht mit speziellen Kuhmilchprodukten ernährt worden, weil es die noch gar nicht gab.

So waren sie nicht oder nur selten zum Beispiel zufällig infiziert.

Kuhmilch ist in europäischen oder indischen Haushalten ja schon vorhanden und auch ein Säugling kann Zugang dazu haben.

So wurden als Schnuller benutzte Stoffzipfel oft in Flüssigkeiten getaucht, wobei von Spülwasser bis Bier und Rotwein viele unbekömmliche "Getränke" benutzt wurden. Auch Milch wird darunter gewesen sein. Milch vermutlich auch hauptsächlich in wohlhabenderen Haushalten, denn sie war teuer und nur wenige konnten sie sich überhaupt leisten.

Aber eine durchgehende, erfolgreiche Ernährung jüngster Säuglinge hatte es vor der industriellen Fertigung der Kindermehle genannten Kuhmilchprodukte für die Säuglingsernährung nicht gegeben.

 

 

Ein behenkelter Guttu aus dem Archäologischen Museum in Konstanza 

Dabei liegt die Betonung auf erfolgreich.

Denn die Gewohnheit Säuglinge mit anderen saugbaren Nahrungsmitteln zu nähren, hatte es schon früh gegeben. So sind sogenannte Gutti, also Saugflaschen aus Glas schon von den Römern bekannt.

Im Archäologischen Museum von Konstanza an der Piazza Ovidius sind fünf Gutti aus der Zeit zwischen dem ersten und dem dritten Jahrhundert nach Christi ausgestellt.

 

Konstanza am Schwarzen Meer wurde von Griechen unter dem Namen Tomis gegründet. In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt herrschten dort aber  Römer.
  Henkelloser Guttu aus dem Archäologischen Museum in Konstanza
 

Die Kinder, die man versucht hatte mit der Milch anderer Tiere am Leben zu halten, waren in der Regel sehr schnell verstorben.

Erst die jüngeren Jahrgänge hatten Zugang zu den erst einmal sicheren Kindermehlen von Henri Nestle, konnten sich infizieren und trotzdem erwachsen werden. Die älteren Frauen waren dagegen wohl nur selten und zufällig infiziert und deshalb war die Krankheit in den höheren Jahrgängen selten.

Das änderte sich aber mit mit den nachwachsenden Generationen, von denen immer mehr Säugling ein den Genuss der Kindermehle gekommen waren. 

Das Sinken der Brustkrebshäufigkeit in den höheren Jahrgängen verschwand mit dem älter werden der infizierten Frauen und in den westlichen Industrieländern ist Clemmensen's Hook verschwunden. Es bekommen also auch alte Frauen sehr viel Brustkrebs 

 

 

 

Nur in Ländern wie Taiwan, in denen Milch als Nahrungsmittel überhaupt und erst recht für Säuglinge noch neu ist und die Säuglingsnahrungsmittelfirmen erst spät Zugang fanden, sind die höheren Jahrgänge noch frei von Infektionen. Und die Brustkrebshäufigkeit ist in den Frauen der ältesten Jahrgänge niedrig.

 
         
         
         
     
  Behenkelter Guttu mit abgebrochener Saugtülle aus dem Archäologischen Museum in Konstanza am Schwarzen Meer. In dem Wort Gutzi oder Gutsi für Schnuller ist das Wort heute noch im Deutschen in der Gegend von Karlsruhe in Gebrauch. 

Berichtet von Irene Arikan, Karlsruhe

 
 

Nicht erfolgreiche Versuche der künstlichen Säuglingsernährung gab es dagegen sehr viele. Denn ein großes Problem war früher die Ernährung Syphilis kranker Säuglinge. 

Besonders viele ausgesetzte Findelkinder zeigten Anzeichen der Syphilis und in Frage kommende Ammen weigerten sich sie zu stillen, weil sie fürchteten sich anzustecken.

Deshalb wurden Versuche gemacht sie mit Hilfe von Tiermilch am Leben zu halten. Bis zur Erfindung relativ sicherer Kindermehle durch Henri Nestle, blieben allerdings nur wenige der so ernährten Kinder am Leben.

Einen sehr guten Überblick über die vor Nestle versuchten Ernährungsversuche von Säuglingen mit Tiermilch bietet die Doktorarbeit von Heinrich Brüning, die Anfang des letzen Jahrhunderts im Enke Verlag erschien, und die man noch manchmal im Antiquariat oder in Bibliotheken bekommen kann.

Sie erschüttert durch die hohen Todesraten bei diesen Ernährungsversuchen.

   
Ludwig Renn über seine Ernährung als Flaschenkind   
  Ludwig Renn kam als Kind reicher und gebildeter Eltern in den genuss künstlicher Ernährung als sie noch nicht sehr eingespielt war.

Er schildert sie in seiner Biographie, die nicht nur deshalb lesenswert ist, sondern auch sonst zeigt unter wie vielen Irrtümern die Medizin ihre späteren Erfolge erringt.

   
             
             
             
  Eine neue Untersuchung zur Brustkrebs Inzidenz aus der Schweiz Bouchardy C 2006 über den vermuteten Einfluss der Hormonersatzbehandlung gegen Wechseljahrsbeschwerden auf das Alter bei Brustkrebsausbruchs.   Eine kurze  Geschichte des Stillens von Elisabeth Hofmann